Michael Erle
02.07.2014

Auf dem Schoppenstecherweg

Zweitageswanderung von Löf-Kattenen über Niederfell nach Koblenz-Moselweiß

„Schoppenstecher“ nennt man Wanderer, die keine Gelegenheit auslassen, sich auf ihren Spaziergängen einen oder mehrere Schoppen Wein zu genehmigen. Der Schoppenstecherweg ist ein mit grünem Römerglas markierter, 100 km langer Rundweg beiderseits der Untermosel und führt über viele bekannte Weindörfer, steile Rebhänge und terrassierte Weinberge. Die Markierung des Schoppenstecherweges (grünes Römerglas) wird zwar nicht mehr unterhalten, die erste Etappe ist aber inzwischen Teil des neu angelegten und bestens markierten Moselsteiges. Unterwegs gibt es genügend Gelegenheit, in den zahlreichen urigen Winzerwirtschaften einzukehren und sich mit deftigem Essen und einem gutem Schoppen Wein zu stärken. Bei der Koblenz- Touristik kann man einen Flyer zum Schoppenstecherweg erhalten (Tel. 0261/31304 bzw. info@koblenz-touristik.de). Ich habe zwei Tagesetappen ausgesucht, die sich Dank der guten Bahnanbindung sowohl als einzelne Tageswanderungen als auch als Zweitagestour mit Übernachtung in Niederfell, Lehmen oder Kobern- Gondorf durchführen lassen. Die Wanderung weist einige steile an- und Abstiege auf und benötigt einige Kondition, die Klettersteig- Variante auch Trittsicherheit. Sie eignet sich für jede Jahreszeit, wegen der sonnigen Süd- und Westlage allerdings weniger für heiße Sommertage.

 

 

Erste Etappe

Von Löf-Kattenen nach Kobern-Gondorf

 

 

Wir halten uns in der Bahnunterführung rechts, biegen rechts ab in die Bahnhofstraße, laufen, nun der neuen Markierung des Moselsteigs folgend, 600m parallel zu den Gleisen, gehen über die Bahnbrücke und links hinab in die Dorfstraße und Niederbachstraße, beim Schild „Ferienwohnungen Häusje“ links und rechts über die Moselbrücke mit schönem Blick auf die Burg Thurant („Alken 1,5km“). Gleich nach der Brücke wählen wir den schwach rechts abzweigenden Weg, biegen nach 50m rechts ab und bleiben nach weiteren 50m (bei der Unterführung) geradeaus. Nach einem kurzen Anstieg auf einem Pfad geht es auf einem Teerweg weiter. Wenig später gesellen sich die Markierungen des Moselhöhenweges (weißes „M“) und des Schoppenstecherweges (grüner Römer) zu uns, sie werden uns für eine Weile begleiten. Bald kreuzen wir die Straße und marschieren auf einem aussichtsreichen Fahrweg – oder, den Moselsteigzeichen nach, ein Stück auf Feldweg, dann steil durch die Weinberge hinauf zur Burg Thurant. Die auf Schieferfelsen um 1200 erbaute Burg zählt zu den ältesten des Mosellandes. Nach Möglichkeit sollte man sich die Zeit für eine Besichtigung nehmen, sehenswert sind u.a. der Steingarten, der Kölner Turm, der Weinkeller und die Folterkammer.

 

Beim Wegweiser am direkt vor der Burg weisen unsere Zeichen halbrechts auf einen bergabführenden Pfad Richtung Alken wir folgen ihnen sehr steil und steinig bergab, vorbei an der Kapelle St. Michael aus dem 11. Jahrhundert und einem Kreuzweg hinab nach Alken, einem der ältesten Orte an der Mosel (er war schon um 450 v. Chr. von den Kelten bewohnt) zum historischen Stadttor. Hier beginnt der mit den orange/weißen Traumpfadzeichen markierte Sieben- Fußfälle- Klettersteig. Die Bezeichnung „Klettersteig“ ist allerdings etwas übertrieben, es handelt sich eher um einen schmalen steilen Pfad, der von jedem trittsicheren Wanderer bewältigt werden kann. Auf ihm gelangen wir durch Weinberge und Wald zu einer Verzweigung und links zur Wallfahrtskirche.

 

Nun verlassen wir vorrübergehend die bisherige Markierung, biegen vor der Kirche rechts und gleich wieder links ab und folgen den Zeichen „1“ und „2“ („Freiheitstempel 0,6km“) auf einem Waldweg zum nächsten Wegweiser, wo wir einen kleinen Abstecher zum 1935 erbauten Freiheitstempel machen können. Wieder zurück auf unserem Weg („Oberfell“) wandern wir auf einem alten Kreuzweg, bald auch wieder mit dem „Römer“ markiert, steil hinab nach Oberfell. Wer schon genug hat, läuft hinunter zur Bushaltestelle an der Bundesstraße und hat mindestens alle 2 Stunden Busverbindung nach Koblenz. Im anderen Falle gehen wir auf der Straße nach links und sofort wieder rechts und haben für den folgenden Anstieg nun die Wahl: bequemer, aber weiter ist es, links abzubiegen und den „Römer“- Zeichen bzw. den gold-weißen Zeichen der Mosel- Erlebnisroute aus dem Ort und nach einer scharfen Rechtskurve auf einem Wirtschafts- und Waldweg bis zu einer Schutzhütte zu folgen. Viel kürzer, aber sehr steil ist der direkte Weg geradeaus (Moselsteig- Markierung) zwischen alten Trockenmauern hinauf zur Schutzhütte. Nun geht’s wieder auf dem Schoppenstecherweg weiter, immer den Schildern „Niederfeld“ nach, noch etwas bergan durch Wald und Feld, bei der Schilderhütte links ab und auf bequemerem Weg zu einem Querweg, wo wir links abbiegen, nun auch wieder mit dem orange/weißen Traumpfadzeichen markiert. Auf breitem Weg marschieren wir über Wiesen und Felder zur kleinen Röder- Kapelle, wo wir links abzweigen und, immer den Zeichen folgend, auf Graswegen zum Aussichtspunkt Hitzlay gelangen. Beim übernächsten Wegweiser halten wir uns scharf links, queren bald ein Sträßchen („Linkemühle 1,1km“) und wandern auf dem Feuerrosenweg (ein einmalig schöner Panoramaweg, auch Erlebnispfad mit einigen Stationen angelegt) zur herrlich gelegenen Mönch- Felix- Hütte. Sie wurde im Gedenken an den Wandermönch Felix, der vor ca. 1900 Jahren in dieser Gegend lebte, erbaut. Der Weg war früher von Feuerrosen gesäumt.

 

Wir biegen rechts ab („Linkemühle 0,3km“), steigen einen Fußweg in mehreren Kehren steil bergab, biegen nach ca. 5 Minuten bei den zwei rotmarkierten Steinen zweimal links ab und laufen auf der Talstraße an der Linkemühle und der Bachkapelle vorbei zur Mosel. Wer in Niederfell einkehren oder übernachten will (auch Busverbindung nach Koblenz), erreicht links den Ort in wenigen Minuten. Ansonsten biegen wir rechts ab und laufen neben der Straße geradeaus zur Moselgoldbrücke. Unmittelbar vor der Brücke zweigt rechts ein Fußweg ab, hier beginnt die zweite Etappe. Zum Bahnhof Kobern- Gondorf gelangt man über die Brücke und rechts auf der Römerstraße, geradeaus weiter nach ca. 1 km ins Zentrum von Kobern.

 

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Karte

 

 

Zweite Etappe

Von Kobern-Gondorf nach Koblenz-Moselweiß

 

 

Vom Bahnhof aus laufen wir links auf der Römerstraße und über die Moselgoldbrücke. Unmittelbar nach der Brücke bleiben wir geradeaus und wählen den hier beginnenden, mit „1“ markierten Pfad („Dieblich“) und marschieren im Zickzack steil bergan, durch eine kleine Schlucht zum Waldrand und rechts hinauf zum Wegweiser, wo wir links auf den bergab führenden Teerweg abbiegen (verblasstes „Römer“- Zeichen des Schoppenstecherweges). Nun laufen wir immer parallel zur Straße: auf Teerweg und Fußpfad mir schönem Ausblick auf die Ober- und Niederburg von Kobern, über einen Rastplatz, auf einem Pfad neben der Straße zum nächsten Wegweiser und, immer den „Römer“- Zeichen nach, auf Teerweg in einem Linksbogen unter der Brücke hindurch zur obersten Häuserreihe von Dieblich. Nach einem kurzen Stück Naturpfad geht es rechts ab über eine Brücke, durch eine Unterführung und über eine weitere Brücke zu einer Wegkreuzung. Hier bleiben wir geradeaus und steigen am Wasserwerk Dieblich vorbei auf gepflastertem Weg steil bergan nach Dieblich- Berg.

 

Wir biegen beim Wegweiser scharf links ab („Moselweiß 12,9km“), nach dem letzten Haus rechts und laufen immer geradeaus auf etwas eintönigem Wirtschaftsweg. Wenn er nach rechts abknickt, bleiben wir geradeaus auf dem Grasweg, marschieren immer am Waldrand entlang mit Blick auf die imposante Autobahn- Moselbrücke zu einem Teerweg, links unter der Brücke hindurch und, nun auch der violetten Markierung „2“ folgend, zweimal links auf einen Naturpfad. Der schmale und teilweise abschüssige, aber wunderschöne Waldpfad führt uns in stetigem Auf und Ab durch zwei kleine Täler, quert über Holzstege zwei Bäche und gabelt sich kurz vor dem Waldrand. Die „2“ führt hier geradeaus weiter, wir bleiben dem „Römer“ treu, halten uns rechts, bei der nächsten Verzweigung geradeaus und umgehen in einer weiten Linksschleife eine tief eingeschnittene Schlucht. Bald wird der Weg breiter und führt hinab zur Mosel. Wir bleiben geradeaus, laufen 300m am Straßenrand bis zur Bushaltestelle (Kürzungsmöglichkeit: mindestens alle 2 Stunden Busverbindung nach Koblenz), biegen rechts ab ins Kondertal („Moselweiß 7,4km“) und laufen auf der Straße talaufwärts vorbei an der Burgschänke (Einkehrmöglichkeit). Beim letzten Haus zweigen wir links ab auf einen ansteigenden Waldweg und folgen immer unserem „Römer“- Zeichen in mehreren Kehren bergan. Der bald schmalere steinige Pfad wird zusehends uriger und schöner und führt uns hinauf zu einem Kriegsgräberdenkmal. Hier wird der Weg breiter und verläuft nahezu eben am Steilhang hoch über dem Moseltal bis zum Waldrand. 200m weiter biegen wir rechts, beim Kunze- Kreuz links und nach 300m nochmals links ab und gelangen auf bald geteertem Weg am Waldrand entlang zum Aussichtspunkt Layersberg. Wir folgen dem Teerweg noch 250m bis zur nächsten beschilderten Kreuzung, wo wir auf das weiße „M“ des Moselhöhenwegs treffen. Nun gibt es mehrere Möglichkeiten:

 

Wer schon genug hat, gelangt geradeaus auf dem Teerweg nach wenigen Minuten zur Bushaltestelle Remstecken an der Bundesstraße und kann mit dem Bus 620 (Mo-Fr mindestens stündlich, Sa/So alle 2 Stunden) zum Hbf. Koblenz fahren. Wer einen Abstecher nach Remstecken machen möchte, um im Forsthaus einzukehren oder die Wildgehege zu besuchen, biegt bei der beschilderten Kreuzung rechts ab und folgt dem „M“ bis zu den Wildgehegen – auch von hier kann man auf einem Teerweg („Rheinburgenweg 0,5km“) zur Bushaltestelle an der Bundesstraße gelangen. Wer noch weiter bis Moselweiß wandern will, biegt an der oben genannten Kreuzung links ab und folgt dem „M“ und „Römer“ auf Wald- und Fußwegen mit schönen Aussichtspunkten bis zu den ersten Häusern vom Ortsteil Karthause. Wer abkürzen will, biegt rechts ab in die Geraer Str. und läuft auf dem Berliner Ring zur Haltestelle Meißener Str., wo man ein- bis zweimal pro Stunde Verbindung zum Hbf. Koblenz hat. Wer noch weiter will, bleibt den Zeichen auf dem Panoramaweg treu, biegt vor der Eisenbahnbrücke rechts ab und läuft zum Bahnhof Moselweiß (stündliche Verbindung nach Koblenz bzw. Trier).

 

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