Vom Erdmännlein und Rockertweible
Rundwanderung auf dem Gernsbacher Sagenweg zum Schloss Eberstein
Rund um den Murgtalort findet sich ein reicher Schatz an Sagen und Geschichten, deshalb hat die Gemeinde Gernsbach vor einigen Jahren den Sagenweg ausgeschildert. Er ist mit einem Teufelchen als Symbol markiert und verbindet insgesamt sieben Stationen, um die sich geheimnisvolle Sagen und Legenden ranken, die auf informativen Tafeln erzählt werden wie die Sage vom Klausner bei der Klingelkapelle, die Teufelserscheinung bei der Engelskanzel oder den Erdmännlein, die im Inneren des Gernsberges einen Gold- und Silberschatz gehütet haben sollen. Weitere Informationen kann man einer liebevoll gestalteten Broschüre entnehmen, die beim Verkehrsamt telefonisch (07244/64444) angefordert oder über das Internet (www.sagenweg.de) heruntergeladen werden kann. Die kurze und abwechslungsreiche Rundtour eignet sich hervorragend als Familienausflug mit Kindern, wenn sie genügend Kondition und Trittsicherheit mitbringen.
Wanderung: Von Gernsbach über Klingelkapelle, Grafensprung und Schloss Eberstein zurück nach Gernsbach
Streckenlänge und Zeitbedarf: 7 km (etwa 2 ½ Stunden)
Anforderungen: kurze, aber recht anspruchsvolle Wanderung mit ca. 220 HM im An- und Abstieg; , einige steile und holprige Wegpassagen erfordern Trittsicherheit und festes Schuhwerk
An- und Rückfahrt mit ÖPNV: mit der S8 bis Gernsbach Mitte; mit dem Auto nach Rastatt und weiter auf der B 462 nach Gernsbach, Parkmöglichkeit dem großen Parkplatz an der Igelbachstraße beim Murgsteg
Kartenempfehlung: Wanderkarte 1:25000 des LGL-BW, Blatt W225
Weitere Informationen: Im Internet unter www.gernsbach.de; www.sagenweg.de; www.schlosseberstein.com; www.hotel-schloss-eberstein.de; www.efa-bw.de (Fahrplanauskunft)
Wenn wir mit der Bahn angereist sind, laufen wir zunächst in Fahrtrichtung auf dem Blumenweg und Felsenweg zum Murgsteg. Wir überqueren die Murg auf dem Steg, halten uns links und laufen neben der Straße Richtung Obertsrot und beim Ortsendeschild rechts zur Klingelkapelle, wo der Gernsbacher Sagenweg beginnt. Wir folgen dem “Teufelchen“- Zeichen des Sagenweges an einem Brunnen vorbei im Zickzack bergan zur ersten Station, dem Aussichtspunkt Engelskanzel. Hier soll vor langer Zeit ein Engel erschienen sein, um die Bewohner, die vom Teufel in den Bann gezogen waren, wieder auf den rechten Weg zu führen. Weiter geht’s zur Luisenruhe mit klenem Rastplatz und nun den Wegweisern „Grafensprung“ zur nächsten Kreuzung „Wachtelweg“, wo man mit einem kleinen Abstecher den Wachtelbrunnen und die Wachtelslube besuchen kann. Anschließend geht es weiter Richtung „Grafensprung“ nach auf schmalem, fast alpinem Pfad zum Aussichtspunkt Grafensprung hoch über dem Murgtal. Der Dichter August Kopisch verewigte die hier spielende Sage in einem Gedicht:
Die Württemberger schlossen ihn ein / Was tat da Wolf von Eberstein? / Er ritt von der Burg hinab an die Murg / zum steilsten Rand der Felsenwand. / Da war die Welt von Feinden rein, / da springt er in die Murg hinein: / Erhalte Gott dich, Eberstein! / So kecke Flucht bringt keine Schmach, / die Feinde selber jauchzen nach. / Er kam herab ohn’ Ungemach. / Fort ritt er dann, frei war der Mann. / Sieh einer, ob er’s auch so kann!
Wir gehen wieder 200 m zurück zum letzten Wegweiser, halten uns scharf links („Schloss Eberstein 0,5 km“), marschieren zu einem herrlichen Aussichtspunkt und weiter steil bergan zum Schloss Eberstein. Das im 13. Jahrhundert erbaute mächtige Schloss hoch über dem Murgtal ist heute in Privatbesitz. Über ein paar Stufen gelangen wir hinauf zum Schlossportal. Wenn wir nicht erst in der Schlossschänke einkehren wollen, folgen wir weiter unserem Zeichen und den Wegweisern „Erzgrube“ ein paar Meter auf der Straße, dann links ab auf einem Waldpfad im Zickzack bergan und auf schönen Wegen zur nächsten Station „Erzgrube“. Aus alten Legenden ist überliefert, dass hier der Eingang zu einem unterirdischen Palast der Erdmännlein sei, die dort einen großen Gold- und Silberschatz hüten sollen. Leider fand bis heute noch niemand den Schatz….
Weiter geht’s unserem Zeichen nach bei einem Gedenkstein über eine Straße auf breitem Forstweg zu einem Anstand und rechts ab auf schmalem Pfad an einem weiteren Brunnen vorbei zur Wegkreuzung „Schöne Aussicht“. Hier spielte die Sage vom „Rockertweibl“: Die Gräfin von Eberstein versuchte, sich mit einer List den gegenüber liegenden Rockartwald anzueignen. Ein falscher Schwur vor dem Richter brachte ihr aber wenig Freude, sie starb bald darauf und ihr Geist wurde als Spuk im Wald gesehen, dann hieß es: „Das Rockertweibel geht um!“
Hier verlassen wir den Sagenweg und folgen der roten Raute mit blauer Traube Richtung „Gernsbach Alttadt“ zum Kriegerdenkmal, dann auf holprigem Pfad steil bergab nach Gernsbach zur Ortsmitte, rechts über die Murgbrücke und entweder nach rechts auf der Igelbachstraße zurück zum Parkplatz oder geradeaus und vor den Gleisen rechts zurück zum S- Bahn- Haltepunkt Gernsbach Mitte.

